Das Tonstudio Handbuch

Teja Gerken, Michael Simmons, 
Frank Ford, Richard Johnston
ISBN 3-910098-24-X
1. Auflage 2003, A5, 432 Seiten
 EUR 25,50 / sFr 49,50 / ÖS 390,-


Akustische Gitarren
Alles über Konstruktion und Historie

Teja Gerken, Michael Simmons, Frank Ford,
Richard Johnston

Wie unterscheidet man eine gute von einer minderwertigen Gitarre? Welchen Anteil am Sound haben die verwendeten Hölzer, welchen die Bauweise? Wie lässt sich eine akustische Gitarre so verstärken, dass ihr Sound naturgetreu übertragen wird? Und wieviel Geld muss ein Einsteiger, Fortgeschrittener oder Profi ausgeben, um ein wertiges Instrument zu erhalten, das auf seine persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist?

Diese und viele andere Fragen will dieses Handbuch beantworten. Es befasst sich mit allen Arten von akustischen Gitarren, vorrangig jedoch mit Steelstrings, Archtops und Klassikgitarren. Von der Kopfplatte, dem Hals und dem Griffbrett bis hin zum Korpus erklären die Autoren im einzelnen die Funktion und technische Entwicklung jedes Bestandteils. Dazu gehören auch die Bespielbarkeit und die verschiedenen Beleistungsmuster, die sowohl die Stabilität als auch das Schwingungsvermögen einer Decke bestimmen.

Als nächstes werden die Hardware und Elektronik moderner akustischer Gitarren beschrieben. Wichtige Tipps für den Kauf von gebrauchten Instrumenten, die Vorzüge, aber auch die Gefahren von Angeboten im Internet und ein fachkundiger und visionärer Ausblick auf zukünftige Entwicklungen bieten Ihnen weiterführende Hilfen. Profi-Tipps zur Pflege und Wartung sowie ein Guide zur Reparatur kleiner und größerer Schäden unterstreichen den praktischen Aspekt dieses Handbuches. Eine Farbsektion beinhaltet richtungsweisende Instrumente.

Ohne die akustische Gitarre ist die heutige musikalische Landschaft nicht vorstellbar. Von den Anfängen in der klassischen Musik, über den Jazz und Swing bis hin zu Rock, Pop, Country, Latin und Folk hat ihre einzigartige Vielseitigkeit sie zu einem Bindeglied zwischen den musikalischen Stilen gemacht. Dieses umfassende Handbuch ist ein unentbehrlicher Guide für alle, die sich von der Faszination dieses Instruments angesprochen fühlen/erliegen/ergründen wollen.

 

Rezension aus Gitare & Bass - Oktober 2003

Was ist eine akustische Gitarre? Einfach ausgedrückt, ein Loch mit etwas Holz ‘drum herum. Dabei wird Draht über das Loch gespannt, damit nichts hineinfällt. Man kann das Instrument natürlich auch etwas detaillierter beschreiben. Vier Amerikaner, Teja Gerken, Michael Simmons, Frank Ford und Richard Johnston, von Beruf Gitarrenbauer und Journalisten, haben sich die Mühe gemacht, die akustische Gitarre in aller Ausführlichkeit zu betrachten. Wer sich informieren will, wer Ratschläge und Detailwissen sucht, wird von

AKUSTISCHE GITARREN

absolut umfassend bedient. Die Autoren schreiben gleichermaßen über Flattops (rundes Schallloch)  - sowohl mit Nylon- wie mit Stahlsaiten - und Archtops (F-Löcher). In den ersten neun Kapiteln, auf 285 Seiten, nehmen sie zu jedem Bau-Detail Stellung. Nichts, aber auch nicht die kleinste Schraube, keine Saitensorte haben sie dabei übersehen. Immer wieder stellen sie alte Bautechniken neuen gegenüber, vergleichen alte, tradionelle Materialien mit modernen. Und obwohl die Autoren in den USA zu Hause sind, nehmen sie auch Produkte des europäischen Gitarrenbaus wahr. Zwar geht es hier um akustische Gitarren, aber das Thema Tonabnehmer und periphere Elektronik kommt nicht zu kurz. Drei Kapitel mit weiteren 100 Seiten widmen die Vier schließlich den Bereichen Pflege und Wartung, Tipps beim Instrumentenkauf sowie einem Ausblick in die Zukunft.

Dieses Buch ist somit auf der Höhe der Zeit, und es ist ein Werk für den praktizierenden Musiker, der hier - bis auf Noten - alles findet, was er braucht. Natürlich ist es mit zahllosen Fotos und Zeichnungen illustriert. Es gibt sogar einen Farbteil mit Bildern besonders schöner Instrumente. Also: eine Lektüre für den Anfänger wie für den Fortgeschrittenen, für den Amateur wie für den Profi. Im Gitarrenkoffer ist für das Taschenbuch nicht genug Platz, im Bücherregal sollte es aber stehen. Dass bei der Fülle der Informationen sich auch Fehler einschleichen, ist wohl kaum zu vermeiden. Aber bei einer Neuauflage, die es eines Tages geben wird, werden die Autoren dann wohl gemerkt haben, dass Gibson den Klassiker L-5 bereits 1922 und nicht erst 1932 auf den Markt gebracht hat.

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Rezension aus PC & Musik - Nr. 3/2004 April/Mai

Wer sich für eine akustische Gitarre interessiert, kann zwischen 100 und mehreren tausend Euro dafür ausgeben. Ausschlaggebend für eine Entscheidung ist sicherlich der musikalische Geschmack, der persönliche Anspruch und der Geldbeutel. Und wenn man schon tiefer in die Tasche greifen möchte, dann lohnt sich der Blick in das Buch „Akustische Gitarren“, denn hier erfährt man alles, was für dieses Thema wichtig ist.

Akustische Gitarren

Saiten-Sprung

Spätestens seit Norah Jones hat die akustische Gitarre in der Musik-Branche wieder eine Reputation erfahren, wie sie vielleicht von John McLaughlin für den Jazz erspielt wurde. Die akustische Stahlsaitengitarre hat einfach einen unnachahmlichen Klang, der so unter die Haut gehen kann, dass die Begeisterung für eine Künstlerin wie Norah Jones absolut verständlich ist, zudem singt sie natürlich wunderbar und produziert einfach sehr schöne Musik

Die akustische Gitarre hat den großen Vorteil, dass sie eigentlich jeder beherrschen kann (drei Akkorde reichen für viele Songs aus), dass man sie überall mit hinnehmen kann und dass man mit ihr ein komplettes Ensemble mit Melodien, Akkorden und Rhythmen spielen kann. Sie haben das als fortgeschrittener Spieler sicherlich auch schon erfahren können oder werden als Einsteiger recht schnell erleben, welcher Zauber von einer akustischen Gitarre ausgehen kann, und wenn es am Lagerfeuer ist. Wie dem auch sei, eine akustische Gitarre stellt im Grunde genommen immer eine lohnende Investition dar, emotional und wirtschaftlich. Und wenn man von diesem Fieber erst einmal erwischt wurde, kann man in dem Werk „Akustische Gitarren“ alles Wesentliche zu diesem Thema erfahren.

Hals, Saiten, Korpus

Allein die Fragen, wie man gute von schlechten Gitarren unterscheidet, was man über die Decke wissen sollte, wie man eine Gitarre pflegt oder wie man das Instrument repariert, wird in dem 432 Seiten starken Werk ausführlich und in einer interessanten Art und Weise behandelt. Zum Beispiel wird das Aufziehen der Saiten ausführlich auf 16 Seiten mit großen anschaulichen Bildern beschrieben. Gerade für Einsteiger dürfte das große Kapitel „Der Hals“ von besonderer Bedeutung sein, denn die Form des Halses entscheidet darüber, wie gut man darauf spielen kann. Das Werk beinhaltet nahezu 40 Beiträge zum Thema Gitarrenhals, z. B. Holzsorten, Halsübergänge, Materialien, Funktion des Stahlstabes, das Bundmaterial, etc. Beim Kapitel „Saiten“ haben die Autoren wahrscheinlich alles berücksichtigt, was derzeit auf dem Markt erhältlich ist. Im Kapitel „Korpusformen“ erfährt man u. a., dass die Dreadnought-Form die beliebteste aller Formvarianten ist und dass die Korpusform nur einer von vielen Faktoren ist, die den Klang wesentlich beeinflussen.

Elektronik

Gerade in den letzten Jahren hat sich im Bereich der Elektro-Akustik-Gitarren einiges getan, dem das Buch mit einem eigenen Kapitel „Tonabnehmer und Elektronik“ Rechnung trägt. Die Autoren zeigen die historischen Tonabnehmersysteme und erläutern den neuesten Stand der Dinge, zum Beispiel aktive und passive Systeme. Transducer unter der Stegeinlage, Decken-Transducer, Kontakt-Tonabnehmer, Magnettonabnehmer und so genannte hexaphonische Tonabnehmer. Die authentischste Verstärkung erfolgt sicherlich über interne Mikrofone mit Vorverstärkern und einer On-Board-Klangregelung. Diese elektro-akustische Gitarren kann man zu Hause spielen, auf der Bühne promblemlos einsetzen und auch zum Lagerfeuer mitnehmen.

Fazit

Abgesehen davon, dass dieses Buch den Wissensdurst in puncto „Akustische Gitarren“ absolut stillen kann, wird das intensive Studium auch dazu beitragen, für sich selbst und vielleicht für andere das bessere Instrument zu finden. Dabei geht es nicht nur darum, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu erzielen, sondern überhaupt einen Einstieg zu finden. Die Autoren sagen deutlich, dass man mit einer Stahlsaitengitarre für 150 Euro zwar spielen kann, aber nicht besonders gut, und das nimmt dauerhaft die Motivation. 

Unterm Strich kann man das Werk nur weiterempfehlen, es bietet unglaublich viel Informationen in einer unterhaltsamen Sprache, was insgesamt die Beziehung zum Saiteninstrument nur verstärken kann.

 Harald Wehnhardt