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Vorwort

Es vergeht wohl kaum ein Tag, an dem nicht in irgendeinem Forum im Internet oder in einer Mailing-Liste die Frage gestellt wird: „Kann mir jemand sagen, wo ich mir gute Freeware-Plugins für VST 'runterladen kann?“. Eine Frage, zu der jeder Teilnehmer natürlich sofort eine Meinung hat, woraufhin über Tage hinweg eine muntere Diskussion zu Themen wie Qualität, Stabilität, Performance und vor allem Brauchbarkeit einzelner Plugins entbrennt.

Will man hingegen ein Buch zum Thema „Freeware Audio-Plugins“ schreiben, stellt sich eine Antwort auf diese Frage weit schwieriger dar. Was genau ist denn eigentlich ein „gutes“ Plugin? Und was heißt in diesem Zusammenhang „Freeware“?

Funktionen, die der eine als nützlich empfindet, sind für den anderen vielleicht völlig überflüssig. Algorhithmen, Effekte und klangliche Ergebnisse wirken auf den einen inspirierend, sind für manche Musikrichtung gar stilbildend, verursachen beim anderen aber nur verständnisloses Kopfschütteln. Offensichtlich hängt die subjektiv empfundene „Qualität“ eines Audio-Plugins oder -Instruments erheblich vom Kontext ab, in dem es Verwendung findet.

Nun ist es sicherlich bei einer Auswahl von weit über 600 Freeware-VST-Plugins und -Instrumenten, die derzeit im Internet erhältlich sind, unmöglich, es allen Recht zu machen. Da diese Zusammenstellung aber sowohl den interessierten Einsteiger, den ambitionierten Musiker und Produzenten als auch den professionellen Tontechniker bei der Arbeit begleiten soll, habe ich mich dazu entschlossen, inhaltlich die volle Bandbreite an Plugins abzudecken, qualitativ aber nur die klanglich und technisch Besten zu berücksichtigen. Neben dem kreativen Ergebnis fließen natürlich auch Faktoren wie Stabilität, Performance, Oberfläche, Bedienung, Presets und Dokumentation in die Beurteilung mit ein.

In diesem Buch soll für ein „gutes“ Plugin daher folgende Definition gelten: Ein gutes Plugin ist jedes Plugin, das ein Toningenieur oder Künstler als nützlich empfindet. Alles, was dazu geeignet ist, einen Klang in irgendeiner Weise zu verändern, kann unter den geeigneten Umständen als nützlich empfunden werden. Was den Begriff „Freeware“ betrifft, möchte ich an dieser Stelle klarstellen, dass jedes hier besprochene Plugin ohne weitere Kosten oder Gegenleistung von der Website seines Entwicklers oder über eine der VST-Portalseiten heruntergeladen werden kann. Bezüglich seiner Verwendbarkeit sind aber unbedingt die jeweiligen Lizenzbestimmungen zu beachten. Ein über eine Tauschbörse „gesaugtes“ oder sonstwie illegal beschafftes Plugin ist NICHT Freeware. Gleiches gilt für Shareware- oder Demo-Versionen, die hier ebenfalls nicht besprochen werden.

Inhaltlich gliedert sich dieses Buch in drei Teile. Die ersten drei Kapitel informieren allgemein über Plugins und die VST-Schnittstelle von Steinberg. Sie behandeln die MIDI- und audiomäßige Installation der Plugins unter den verschiedenen Hosts und zeigen unterschiedliche Routingmöglichkeiten innerhalb der Applikationen auf. Die Kapitel 4 und 5 geben eine kurze Übersicht über die verschiedenen Effekttypen und Syntheseformen, die im Weiteren Erwähnung finden. Der darauf folgende Praxisteil erklärt ausführlich die Funktion und Parameter einer Vielzahl frei verfügbarer VST-Plugins für die Plattformen Windows NT/2000/XP sowie MacOS/OS X. Der dritte Teil erläutert die Möglichkeiten zum Selbstbau von VST-Plugins mit Hilfe eines „Construction Kits“ und gibt einen Überblick über die größten und wichtigsten Download-Portale für Audio-Freeware im Internet. Ein ausführliches Register rundet diese Darstellung ab.  

Alexander Weber, Februar 2005

  

 

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